Römischer Transit Como - Basel
    
     Römische Fernverkehrsrouten gab es viele im ehemaligen römischen Reich. Wir versuchen hier besonders eine solche römische Transport- und Beförderungsroute zu untersuchen, zu verstehen und zu erklären, die sich auf dem Boden der Schweiz befindet.  Es handelt sich um die Route von
Como, Chiavenna, über die Bündner Pässe nach Chur, Sargans, Walensee, Linthebene, Zürichsee, Zürich und dann weiter die Limmat hinunter nach Koblenz, Laufenburg, Rheinfelden und Basel.  
          
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Römische Land- und Wasserstrassen im Oberengadiner Seengebiet

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A) Malojapass - Oberengadin

Wesentliche Teile der heutigen Siedlungsstrukturen in dem von uns untersuchten Oberengadiner Seengebiet sind während der Römerzeit entstanden. Silvaplana, Sils-Baselgia und Sils-Maria entwickelten sich in römischer Zeit als Dienstleistungszentren für den Betrieb des römischen cursus publicus und für den Unterhalt der dazugehörenden via publica. Die grosse Transit- und Talstrasse und die Julier- und Malojapassstrassen, auf die diese Ortschaften ausgerichtet sind, wurden von den Römern angelegt. Die drei Orte verdankten daher ihre Entstehung, ihren Standort, ihre ehemalige Funktion und ihren Namen den Römern. Die römische Tal- und Transitstrasse vom Julierpass Richtung Chiavenna - Como, die wir gesucht haben, ist während einer gesicherten römischen Periode des Wohlstandes und des Wachstums entstanden. Es ist die beste Strasse, die die Römer in diesem Gebiet gebaut und hinterlassen haben; sie dürfte zwischen den Jahren 50 bis 250 n. Chr. entstanden sein. In derselben Zeitspanne dürfte auch der Treidlerkanal für den Bootsverkehr gebaut worden sein, der den Strassenverkehr zwischen Cadlagh und Silvaplana stark entlastete. Wir können sicher sein, dass im Oberengadin während den besten römischen Zeiten ein intensiver Verkehr, ein prosperierender Transithandel und eine gut gehende Land- und Viehwirtschaft bestanden haben müssen, kurz gesagt, Wohlstand und sogar Reichtum für einige und eine gute Beschäftigungslage für alle. Denn es darf nicht vergessen werden, dass nördlich der rätischen Alpen ein grosses römisches Einzugsgebiet vorhanden war, für welches der Julier- und der Septimerpass Schlüsselstellen für die Verkehrsverbindungen mit Rom darstellten. Heermaterial, Kaufmannsgüter, staatliche Steuererträge in Form von Naturalien, private Güter, Brief- und Geldpost, Kuriere, römische Beamte im Staatsauftrag, Truppenverschiebungen, Pferdetransporte und auch sehr viele privat Reisende fanden ihren Weg über diese Pässe. Die Reisenden benötigten dabei Unterkunftsmöglichkeiten, Verpflegung, frische Transporttiere, eine Sust zur Einlagerung der Güter, Hufschmiede für die Pferde und Wagner für Reparaturleistungen am Wagenmaterial und nicht zuletzt Ärzte für Menschen und Transporttiere (mulomedici). 
    
    
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B) Die römische Julierstrasse

Der Julierpass im Kanton Graubünden (Schweiz) war bereits in römischer Zeit (für Rätien 15 v.Chr. bis 400 n.Chr.) ein sehr wichtiger Alpenübergang. Die römische Julierstrasse war befahrbar und im Schnitt 4 Meter breit. Unzählige Güter und Ausrüstungsgegenstände für die römischen Legionen am Rhein dürften in römischer Zeit über den Julier verfrachtet worden sein. Heute kann die alte Strasse an ganz bestimmten Stellen (= Abweichungen  von der modernen Autostrasse)  in teilweise recht gutem Erhaltungszustand besichtigt werden. 
     

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Die römischen Laufmauern von Walenstadtberg

C) Die römischen Laufmauern von Walenstadtberg

Die römischen Laufmauern von Walenstadtberg sind römische Wachwege, die im Zusammenhang mit der römischen Schifffahrt auf dem Walensee gebaut und benutzt wurden. Römische Legionäre überwachten den Ablauf des Verkehrs auf dem Walensee und meldeten beobachtete Unregelmässigkeiten nach Walenstadt und an andere Stellen. Folgende Beobachtungen wurden beispielsweise gemeldet:
 

Feindliche Störungen und bandenmässige Überfälle auf den Transport- und Personenverkehr.

Seenotsituationen (zur Anforderung von Hilfsschiffen)

Föhnsturmgefahr  (an die Schiffe)

Diverse organisatorische Anweisungen in Bezug auf Hafenauslastung, Wartehalten etc..

Eine gemütliche, halbstündige, eben verlaufende Wanderung bringt die Interessierten von Walenstadtberg zu diesen Laufmauern. Es hat dort in der Nähe auch ein Restaurant, wo man rasten und sich für die Rückwanderung stärken kann.
     

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Die römische Limmatschifffahrt

D) Die römische Limmatschifffahrt

Die römische Limmatschifffahrt war Teil einer gross angelegten Organisation zum Transittransport von schweren Gütern aus Italien via Bündner Pässe, Walensee-Zürichsee-Strasse, nach Basel und weiter den Rhein hinunter. Wichtige Stationen im Zusammenhang mit diesem Warentransport auf dem heutigen Zürcher/Aarauer Gebiet war das römische Turicum und die Etappenstationen Glanzenberg an der Limmat bei Dietikon und Freudenau an der Aare bei Stilli.
    

 

<AIKF> April 2008

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