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Die
Arbeitsgebiete
des <AIKF>
Kreative Gestaltung Archaeologie Ernährungstherapie Über das <AIKF> (1)
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A) Eine alternative
archäologische Methode zur klassischen Grabungs- und Fundauswertungs-
Archäologie
Im
<AIKF> betreiben wir eine Archäologie, die etwas anders geartet
ist, als die herkömmliche Archäologie, die sich ja in der Hauptsache als
Grabungs- und Fundauswertungs - Archäologie versteht. Im <AIKF>
betreiben wir eine visuelle typologische Archäologie an immobilen
Bauobjekten der Vergangenheit. Eine visuelle Begutachtung eines Objektes kann viel
schneller und billiger vollzogen werden als eine Grabung mit
anschliessender Fundauswertung. Auch die klassische Archäologie kennt und
betreibt ja bei der Fundauswertung eine typologische Begutachtung der Funde. Dies allerdings meistens nur an mobilen
Gegenständen wie etwa an Münzen, Geschirr, Waffen etc., eben an Funden.
Man könnte also folgendes sagen:
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Die
klassische Archäologie betreibt visuelle Untersuchungen an mobilen
Relikten.
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Im
<AIKF> betreiben wir visuelle Archäologie an immobilen
Relikten, also an Gebäuden, an Mauern, an Strassen etc.. |
Und das aus
folgenden Gründen: Rückschlüsse von archäologisch untersuchten
Mobilien auf am gleichen Ort bestehende Immobilien können oft
problematisch sein. Wenn beispielsweise neben einem alten Gemäuer
schichtweise römische, mittelalterliche und neuzeitliche Funde gemacht
werden, ist es trotzdem schwierig, das Gemäuer selbst zu datieren. Es
gibt dann Fragen wie etwa solche:
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Wurde
das Gemäuer bereits in römischer Zeit auf nativen Boden erstellt?
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Wurde
das Gemäuer im Mittelalter auf bereits in römischer Zeit begangenem
Boden erstellt?
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Wurde
das mittelalterliche Gemäuer auf römischen Fundamentmauern erstellt?
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Wurde
das mittelalterliche Gemäuer nach Abbruch eines römischen
Vorgängers mit den römischen Abbruchsteinen oder anderen Bausteinen
erstellt? |
Solche und
weitere Fragen können sich bei Ausgrabungen stellen. Oder kurz gesagt: Die zeitlichen und andersartigen Zusammenhänge zwischen
geschichtlichen Mobilien und
Immobilien vom gleichen Ort sind gar nicht immer so klar und eindeutig.
Eine römische Münze oder ein mittelalterliches Hufeisen, das in einem angeschnittenen Strassenkörper
gefunden wird, beweist in diesem Sinne noch lange nicht, dass die Strasse römisch
bzw. mittelalterlich
ist.
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B) Die
äusserliche Form einer Strasse oder eines Gebäudes soll über deren
Alter entscheiden.
Die
Strasse, die Mauern, die Gebäude sollen selbst für sich sprechen. Ihre
Form, ihre Bauart, die angewandte Technik soll verraten, wann das
Bauobjekt entstanden ist. Wie ja etwa in der Kunstgeschichte, in der
Baugeschichte auch zwischen gotischen und romanischen Bauten rein visuell
unterschieden werden kann. Ohne dass man einen Grabungsarchäologen
bemühen müsste.
Bei der
visuellen Archäologie geht es darum, gute Beurteilungs - Kriterien zu
entwickeln, ob nun ein Gebäude oder ein kanalisiertes Bächlein eben in
römischer Zeit, im Frühmittelalter oder in Hochmittelalter oder in der
frühen Neuzeit gebaut, bzw. kanalisiert worden ist. Das <AIKF> ist
ständig bemüht, solche visuellen Beurteilungskriterien zu entwickeln,
zu erproben und zu optimieren. Denn die visuelle Archäologie braucht als
Hauptwerkzeug gute visuell - archäologische Bestimmungs -
Kriterien.
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C) Die
visuell-typologische Archäologie eignet sich unter anderem besonders für die
geschichtliche Erforschung der Römerzeit.
Diese
beschriebene Art
der visuellen Archäologie wird nun vom <AIKF> mit gutem Erfolg
betrieben. Demonstrationen davon sind die beiden auf diesem Web-Seiten
gezeigten Arbeiten über die römische Julierstrasse und über die
Habsburg als Römerkastell. Grabung
und Fundauswertung ist eine archäologische Methode, eine Arbeitsmethode,
eine Vorgehensweise. Wobei festgestellt werden muss, dass die grabende
Archäologie wie auch die Denkmalpflege nur Hilfswissenschaften der
Geschichts - Wissenschaft darstellen. Visuelle Archäologie der
Immobilien oder Typologie der Immobilien ist also ebenso eine
Hilfswissenschaft der Geschichtswissenschaft. Beide Methoden, sowohl die
grabende Archäologie als auch die visuelle Archäologie haben spezifische
Vor- und Nachteile und spezifische Anwendungsgebiete, wo die einzelne
Methode sich besonders eignet und bewährt.
Die
visuelle Archäologie eignet sich unter anderem besonders für die
geschichtliche Erforschung der Römerzeit. Die Römerzeit mit ihrem
immensen Bauvolumen ist geradezu prädestiniert, durch visuelle Typologie
untersucht zu werden. Römische Bauten zeichnen sich durch einen hohen
Grad an Konformität, an Normierung aus. Die Römer und vor allem die
römischen Legionären bauten alles nach gewissen vorgeschriebenen
Formeln. Ob es sich nun um Strassenbauten, um Kulturbauten oder um
Wasserbauten oder Kastellbauten handelt, spielt keine Rolle. Überall im
römischen Reich wurde nach genau denselben Regeln vermessen, geplant und
gebaut.
Eine
wichtige Grundlage der einheitlichen römischen Bauweise war das römische
Gesetz, das vieles vorschrieb, wie es gemacht werden musste.
Beispielsweise waren minimale Abstände zwischen zwei Privathäusern
ebenso festgelegt, wie etwa der Abstand von einem Privathaus zu einem
öffentlichen Grund. Eine "via publica" hatte links und rechts
zwei begleitende Streifen freies Land, die nicht überbaut werden durften.
Dieses Land gehörte dem römischen Staat, dessen Angestellte darüber
wachten, dass dieses Land frei blieb.
Solche
römischen Normen, solche Abstände, solche Planungseigenarten sind an
unzähligen Stellen im ehemals römischen Reich erhalten geblieben und
können vom geschulten
Auge durch die visuelle Archäologie erfasst und
als typisch römisch festgehalten und beschrieben werden.
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<AIKF>
Februar 2007 |
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